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In the Fog

Lettland 2012, 128 Min., DCP, OV/df, Farbe

REGIE: Sergei Loznitsa
DREHBUCH: Sergei Loznitsa, nach dem Roman von Vasili Bykov
MIT: Vladimir Svirskiy, Vladislav Abashin, Sergei Kolesov, Nikita Peremotovs, Yulia Peresild, Kirill Petrov, Dmitrijs Kolosovs, Stepans Bogdanovs, Dmitry Bykovskiy, Vlad Ivanov

› Krieg und Moral
In Bildern und mit einer filmischen Haltung, die an Tarkowski erinnert, erzählt Sergei Loznitsa von drei Menschen, die – jeder auf seine Art – einen Krieg zu überleben versuchen. Ein Film, der Moral nicht predigt, sondern zeigt.
Sergei Loznitsa ist ein Name, den man sich merken sollte und der in Cannes nicht umsonst mit dem Preis der Internationalen Filmkritik ausgezeichnet wurde. In ‹In the Fog› nimmt er uns mit in eine Zeit, in der deutsches Militär die westliche Grenze der UdSSR besetzt hielt. Nur Partisanen leisten erbitterten Widerstand. Nach einem Sabotageakt holen die Besatzer zum Gegenschlag aus. Einige Partisanen werden festgenommen und gehängt, nur Sushenya wird wieder freigelassen. Schnell spricht sich herum, dass nur der Verrat an seinen Mitkämpfern ihn vor dem Galgen bewahrt haben kann. Den Partisanen Burov und Voitik fällt es zu, an Sushenya Rache zu nehmen. Sie machen sich auf in das Dorf, in dem der vermeintliche Verräter mit seiner Familie lebt. Sushenya ergibt sich der unerbittlichen Logik des Krieges. Durch den Wald folgt er Burov und Voitik an den Ort, wo die blinde Vernunft vollstreckt werden soll. Jenseits von Freundschaft oder Feindschaft ist es an Sushenya, eine menschliche Entscheidung zu treffen in einer Welt, die von grausamer Logik beherrscht wird.

«Was heisst, der Tod sitze einem im Nacken? Wenn jemand das je im Kino gezeigt hat, dann Sergei Loznitsa in diesem kleinen, fahlen Meisterwerk des Weltabschieds. Es ist grossartig, wie Loznitsa den Gang der drei durch die Wälder, die inneren und äusseren, verwebt. Was ist es, das Sushenya den toten Freund, der ihn doch umbringen wollte, schliesslich durch den Wald tragen lässt? Diesmal hat er leibhaftig den Tod auf dem Rücken. Aber im Nebel liegt hier nichts. Die tödliche Klarheit nimmt stetig zu. Wenn der Nebel fällt, der schmutzig weisse Vorhang des Nichts, wird alles schon vorüber sein.»
(Kerstin Decker, Der Tagesspiegel)

«Dass es das noch gibt: einen Kriegsfilm, in dem keine einzige Explosion zu sehen ist (nur ein Auto geht in Flammen auf). Einen Film vom Krieg, der nicht von Schlachten und Siegen handelt, sondern von Menschen, die – jeder auf seine Art – das Schlachten zu überleben versuchen. Einen Film, der an die grosse realistische Tradition des russischen Kinos anknüpft (die auch eine Tradition des westeuropäischen Kinos war). Einen Film, der Moral nicht predigt, sondern zeigt.»
(Andreas Kilb, FAZ)



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