Noch nie wurde mit zeitgenössischer Kunst so viel Geld verdient wie in den Jahren 2002 bis 2008. Einzelne Werke waren so teuer wie eine Boeing. Auf den vielen Kunstmessen der Welt – in Miami, Basel, Berlin, London, New York – war in dieser Zeit der Hunger nach moderner Kunst unstillbar. Ein neuer Geldadel eroberte den Kunstmarkt. Sie fingen an mit Bildern und Skulpturen zu spekulieren, wie sie es auch mit Aktien taten. Die Künstler profitierten davon. Das Bild des hungernden Künstlers und Rebellen verschwand. Die wirklichen Protagonisten dieser Entwicklung sind nicht Investoren oder Künstler, sondern die Galeristen. Sie ‹erschaffen› die Künstler und entscheiden, an wen sie deren Werke verkaufen wollen.