Mit dem Herzinfarkt von Regisseur Henri-Georges Clouzot endete auch sein überambitioniertes Filmprojekt L’enfer. Die Filmspulen des Filmes, mit Romy Schneider und Serge Reggiani in den Hauptrollen, galten seit den Dreharbeiten 1964 als verschollen. Um ihren Verbleib rankten sich mehr oder weniger originelle Mythen. Bis zu ihrer Entdeckung durch die Filmschaffenden Serge Bromberg und Ruxandra Medrea. Aus den 15 Stunden Material (183 Filmbüchsen) schnitten Bromberg und Medrea eine Collage, welche die tatsächlich grossartigen Fragmente von Clouzots L’enfer zeigt, aber auch die alptraumartigen Drehbedingungen des megalomanischen Projekts erkennen lässt. Das Kino Kunstmuseum zeigt das am Filmfestival in Cannes 2009 frenetisch gefeierte Werk als Premiere und präsentiert eine kleine Filmreihe, die gewissermassen sein künstlerisches Umfeld absteckt: Mit Les choses de la vie und La ronde stehen zwei Filme auf dem Programm, die das schauspielerische Potenzial von Romy Schneider und Serge Reggiani ergründen. Z zeigt exemplarisch das Talent von Costa-Gavras, der für L’enfer als Regieassistent eine wichtige Rolle spielte. Mit Playtime von Jacques Tati zeigen wir ein weiteres Beispiel für die kongeniale Bildgestaltung von Andréas Winding, der bereits für L’enfer hinter der Kamera stand.