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Miki Manojlovic Schauspieler mit Leib und Seele


Miki Manojlovic ist einer der grössten Schauspieler der Kinematografie des ehemaligen Jugoslawien und einer der vitalsten und einprägsamsten Charakterköpfe des heutigen europäischen Filmes. Er wurde 1950 in Belgrad als Sohn eines Schauspielerehepaares geboren und trat schon als kleiner Junge auf der Bühne auf. Ab 1968 studierte er an der Akademie für Darstellende Künste in Belgrad und begann 1970 seine Bühnen- und Fernsehkarriere. Mit Rajko Grlics You Love Only Once (1981) beginnt seine Filmkarriere. Er hat mit allen wichtigen Regisseuren des damaligen Jugoslawien gefilmt und wurde für seine Arbeit mehrfach preisgekrönt. Seinen europäischen Durchbruch erlebte er in der Hauptrolle des ins kommunistische Arbeitslager verbannten Vaters in Kusturicas Papa ist auf Dienstreise (Goldene Palme Cannes 1985). 10 Jahre später noch eine unvergessliche Hauptrolle für Manojlovic und noch eine Goldene Palme in Cannes für Kusturica: unaufhaltsamer Marko, Waffenschieber, Parteifunktionär und Lebenskünstler im Meisterwerk Underground. Als ihm die Situation in seiner durch den Krieg verwüsteten Heimat unerträglich wurde, siedelte er anfangs der 90er-Jahre nach Frankreich über. Dort arbeitete er unter anderem mit François Ozon als Mann im Wald in Les Amants criminels (1999) und mit Agnès Merlet als wilder Maler Agostino Tassi in Artemisia. Des Weiteren spielte er in den Filmen bekannter serbischer Regisseure: in Goran Markovics Tito and I (1992) in Srdjan Dragojevics Wir sind keine Engel (1992) und Wunden (1998). In Goran Paskaljevics Someone Else’s America verkörperte er einen illegalen Einwanderer aus Montenegro und in Bure Baruta (1998) einen aggressiven Taxifahrer.
Dieser unermüdliche Schauspieler, der in mehr als 80 Filmen gespielt hat, fühlt sich der Tragikomödie verpflichtet: Er beschert jedem seiner tragischen Helden eine Prise Groteske. 2007 war er als netter Sex-Shop-Besitzer in Sam Gabarskis Irina Palm zu sehen. Diese Rolle hat ihm die Nomination als bester Darsteller für den Europäischen Filmpreis '07 gebracht. Miki Manojlovic ist dem europäischen Film mit Leib und Seele treu geblieben. Er hat mehrere Angebote aus Hollywood abgelehnt. «Alles, was von dort kommt, ist irgendwie tot», sagte er 2007 in einem Interview im «Spiegel». Er hat auch eine reiche europäische Theaterkarriere. Für ihn war dabei die Arbeit mit Peter Brook in seinem monumentalen achtstündigen Werk Mahabharata die wichtigste Bühnenerfahrung.
Miki Manojlovic, der sich in mehreren europäischen Städten zu Hause fühlt, wohnt mit seiner Familie wieder in Belgrad. Er blieb der lokalen Politik fern, widmet sich aber der «Integrationswerkstatt». Er gründete diesen Kulturverein, um Menschen mit Behinderung ins Kulturleben einzubeziehen. Seit Februar 2009 präsidiert er den Verwaltungsrat des Serbischen Filmzentrums. Ana-Marija Gröndahl

Die Miki-Manojlovic-Reihe wird unterstützt von der Botschaft der Republik Serbien und der Kroatischen Botschaft in Bern.