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Werckmeister Harmóniák


Ungarn / Deutschland 2000, 145 Minuten OV/d, 35mm

REGIE: Béla Tarr
DREHBUCH: László Krasznahorkai, Béla Tarr
KAMERA: Gábor Medvigy, Jörg Widmer u.a.
SCHNITT: Ágnes Hranitzky
MUSIK: Mihály Vig
MIT: Lars Rudolph, Peter Fitz, Hanna Schygulla, János Derzsi, Djoko Rossich

Eine Kleinstadt in der ungarischen Tiefebene. Es ist zwanzig Grad unter Null, aber es liegt kein Schnee. Selbst bei dieser Kälte stehen Hunderte von Menschen vor einem Zirkuszelt Schlange, um nach langem Warten die einzige Attraktion zu besichtigen: einen ausgestopften Wal. Aus den benachbarten Ortschaften, der gesamten Tiefebene, aus dem ganzen Land strömen die Menschen herbei. Blind folgt die dumpfe, gesichtslose, zerlumpte Menge dem unförmigen Monster. Dieser Ausnahmezustand – die extreme Kälte, das Auftauchen der vielen Fremden – setzt die Ordnung der Stadt ausser Kraft. Zum Ausbruch kommt die aufgestaute Spannung, als plötzlich der Prinz, der sich hinter dem Wal versteckt, erscheint. Destruktive Gefühle erfassen wie eine apokalyptische Woge die ganze Gegend. Nichts und niemand wird verschont.

«In dieser Geschichte bricht sich die bestialische Wut der Enteigneten zeitgleich mit einem Hungermarsch Bahn, während die moralischen Werte der Mittelschicht an Bedeutung verlieren und die gängige Ordnung zur Karikatur gerät. Dennoch glaube ich, dass in der Beziehung zwischen Eszter und Valushka menschliche Wärme zu spüren ist. Sie symbolisiert die Hoffnung, dass sich trotz allem die menschliche Würde behaupten kann – selbst wenn sie armselig, erniedrigt und mit Füssen getreten in Erscheinung tritt.»
Béla Tarr
Sonntag, 04. April 04 > 14:00 h
Sonntag, 18. April 04 > 14:00 h
Sonntag, 25. April 04 > 15:30 h